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Liebesgedichte von Heinrich Seidel ( 1842 bis 1906 )





Veränderung

Noch weiß ich wohl, wie ich zuerst dich sah:
Es war zur Abendzeit und dunkel schon -
In hellem fließenden Gewand, das unten
Ein zart Gekräußel schön umgab - die Finger,
Die zierlich schützend du um's Licht gebogen,
Von ros'ger Glut durchhaucht - so standest du,
Und fragend schauten mich aus hellem Antlitz
Zwei dunkle Sterne an. -
Wie anders jetzt,
Wenn dein bebendes Ohr erlauscht den Schritt,
Den wohlbekannten, wenn die leichten Füßchen
Entgegen mir hinab die Stufen trillern. -
Und liegst dann seligatmend mir im Arm
Und küssest einzig nur und fragst nicht mehr!

von Heinrich Seidel



Heinrich Seidel










Die Liebesgedichte dieser Textsammlung wurden von uns aus antiquarischen Büchern entnommen.

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