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Liebesgedichte von Theodor Körner ( 1791 bis
1813 )
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Die Harmonie der Liebe
Einst vom Schlummer überwältigt,
Lag ich auf der weichen Matte,
Und im Träume nahte Phöbos,
In der Hand die Leier haltend.
Golden wiegten sich die Locken
Auf der hohen Götterstirne,
Und den Feuerblick des Auges
Seiner Sonne zugewendet,
Griff er mutig in die Saiten.
Da umrauschten Harmonien
Himmlisch meine trunk'nen Sinne,
Und das Lied des Götterhünglings
Strömte feurig durch die Glieder.
Plötzlich aber schwang der Sänger
Auf sich von der stolzen Erde,
Und den gold'nen Sternen näher,
Schwand das holde Lied des Gottes,
Immer leiser, immer leiser,
Bis das Element des Einklangs
Sich in süßes Weh'n verwandelt. -
Da erwacht' ich, und Apollo's
Liede noch begierig lauschend,
Griff ich hastig nach der Leier,
Um den Nachhall meines Herzens
Auszuatmen in der Saiten
Süß berauschendem Getöne.
Doch ich suchte nur vergebens
Nach der Harmonie des Gottes,
Und der Saiten stimmten keine
Mit dem himmlisch reinen Liede,
Das mir tief im Herzen wogte.
Finster starrt' ich in die Lüfte,
Und verwünschte meine Leier. -
Plötzlich aber weckten Küsse
Mich aus meinen düstern Träumen:
Leis' war Chloris hergeschlichen,
Und verscheuchte schnell den Unmut
Durch das süße Spiel der Liebe.
Ach, und jetzt in ihren Armen,
Ihr am liebeswarmen Busen,
Strömte mir ein neues Leben,
Neue Kraft durch alle Glieder,
Und der Liebe süß'ster Einklang
Wogte mich im trunk'nen Herzen;
Schöner, heiler und reiner,
Als das Lied des Götterjungen.
von Theodor Körner
Theodor Körner
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