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Liebesgedichte von Theodor Körner ( 1791 bis
1813 )
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Das warst Du
Der Morgen kann auf rosichtem Gefieder
Und weckte mich aus stiller Ruh';
Da wehte sanft Begeist'rung zu mir nieder,
Ein Ideal verklärte meine Lieder,
U n d d a s w a r s t D u !
Bald aber warf in heißer Mittagsschwüle
Die Sonne ihre Glut mir zu;
Da schwoll die Brust im höheren Gefühle,
Mein ganzes Streben flog zu einem Ziele,
U n d d a s w a r s t D u !
Doch endlich wehte den durchglühten Fluren
Der Abend süße Kühlung zu,
Und nur ein Bild in duftigen Konturen
Unschwebte mich auf leisen Geisterspuren,
U n d d a s w a r s t D u !
Und aus dem Meer kam die nacht gestiegen,
Und lockte mich zur süßen Ruh';
Da träumt' ich, hold an süßer Brust zu liegen,
In eines Mädchens Arme mich zu wiegen,
U n d d a s w a r s t D u !
Doch ach! das schöne Bild ward mir entrissen,
Die Welt der Träume schloß sich zu!
O laß mich wachend jetzt das Glück genießen;
Dann ruf' ich laut, durchglüht von deinen Küssen:
J a, d a s w a r s t D u !
von Theodor Körner
Theodor Körner
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