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Liebesgedichte von Friedrich Hebbel ( 1813 bis 1863
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Das letzte Glas
Das letzte Glas! Wer mag es denken!
Und dennoch muß ein letztes sein!
Mich drängt's, es hastig einzuschenken,
Fällt auch die Träne mir hinein.
Stoß' an! Du stießest gar zu heftig!
In tausend Scherben liegt das Glas.
Ein neues bringt mit schon geschäftig
Der Kellner! nochmals füll' ich das.
Das letzte Glas! Wer mag es schauen!
Und dennoch muß ein letztes sein!
Di ziehst nun bald in ferne Gauen:
Denkst du im fremden Land noch mein?
Stoß' an. Ich zitt're gar zu heftig!
In tausend Scherben liegt das Glas.
Ein neues bringt mit schon geschäftig
Der Kellner; nochmals füll' ich das.
Das letzte Glas! Wer mag es trinken!
Und dennoch muß ein letztes sein!
Dir werden neue Freunde winken,
Ich aber bleib' hier ganz allein!
Stoß' an. Zu Boden werf ich's heftig!
Warum schon jetzt ein letztes Glas!
Ein neues bringt mit schon geschäftig
Der Kellner; nochmals füll' ich das.
Das letzte Glas! Wir lassen's stehen!
Versiegle und verschließ' den Wein!
Wenn wir dereinst uns wieder sehen,
So soll es unser erstes sein!
Komm, an den Mund press' ich dich heftig,
Als wärst du selbst mein letztes Glas!
Was wir uns sind, das fühl' ich kräftig,
Jetzt geh' mit Gott! Wir bleiben das!
von Friedrich Hebbel
Friedrich Hebbel
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