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Liebesgedichte von Theodor Fontane ( 1819 bis 1898
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Winterabend
Da draußen schneit es: Scheegeflimmer
Wies heute mir den Weg zu dir;
Ein tret' ich in dein trauliches Zimmer,
Und warm an Herze fliegst du mir -
Ab schüttl' ich jetzt die Winterflocken,
Ab schüttl' ich hinterdrein die Welt,
Nur leise noch von Schlittenglocken
Ein ferner Klang herüberquellt.
"Nun aber komm, nun laß uns plaudern
Vom eigenen Herd, von Hof und Haus!"
Da baust du lachend, ohne Zaudern,
Bis unters Dach die Zukunft aus;
Du hängst an meines Zimmer Wände
All meine Lieblingsschilderein,
Ich seh's und streck' danach die Hände,
Als müss' es wahr und wirklich sein.
So flieht des Abends schöne Stunde,
Vom fernen Turm tönt's Mitternacht,
Die Mutter schläft, in stiller Runde
Nur noch die Wanduhr pickt und wacht.
Ade, ade! Von warmen Lippen
Ein Kuß noch - dann in Nacht hinein:
Das Leben lacht, trotz Sturm und Klippen,
Nur Steurer muß die Liebe sein.
von Theodor Fontane
Theodor Fontane
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