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Liebesgedichte von Max Dauthendey ( 1787 bis 1862 )





Die Liebe lehrte den Blumen das Wandern

Es kam ein Strauß nach dem andern
Von Juniblumen ins Haus;
Die Liebe lehrte den Blumen das Wandern:
Kleeblüten, die stehen frühmorgens im Tau
Auf grünem Tanzplatz, wo auf den Zehen
Vorsichtig sich wiegt meine Herzensfrau.
Es kam auch ein kleines Bündel Männertreue
Von einfacher schlichter weltferner Bläue.
Die hatte ein Dichter am Weg gesät,
So einer, der fleißig im Äther mäht.
Die Rispen sind blau aus der Höhe gesunken
Und leuchten wie Dichter von Bläue trunken.
Und ein Salbeistrauß von schwermütigem Blau.
So schwerblütig denkz sich der Dichter die Frau,
So würzig und kräftig aufs Erdreich gestellt,
Und überbietet an Bläue den Äther der Welt.

von Max Dauthendey



Max Dauthendey










Die Liebesgedichte dieser Textsammlung wurden von uns aus antiquarischen Büchern entnommen.

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